Staunässe trotz Gießen: Der Fehler liegt tiefer
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Gießen nach der Blüte: weniger ist mehr Nach der Blüte braucht die Orchidee eine Ruhephase. Die Wurzeln werden sichtbar grün, wenn sie Wasser aufgenommen haben, und silbrig, wenn sie trocken sind. Gegossen wird erst, wenn das Substrat fast trocken ist. Staunässe im Übertopf ist der häufigste Fehler und führt innerhalb weniger Wochen zu Wurzelfäule. Besser ist Tauchen für zehn bis fünfzehn Minuten, danach gut abtropfen lassen. Kalkhaltiges Wasser schadet, Regenwasser oder abgekochtes Wasser ist geeignet.
Auch die Luftfeuchtigkeit wird unterschätzt. In beheizten Räumen liegt sie oft unter vierzig Prozent. Pflanzen mit dünnen Blättern verlieren dann mehr Wasser über die Spitzen, als die Wurzeln nachliefern können. Ein Luftbefeuchter hilft, aber keine Sprühnebel-Aktionen: Wassertropfen auf den Blättern fördern Pilze, ohne die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu heben. Besser ist es, mehrere Pflanzen zusammenzustellen, eine Schale mit Wasser in die Nähe zu stellen oder die Heizung nicht direkt unter das Regal zu platzieren.
Schließlich spielt der Standort eine Rolle. Zugluft, direkte Mittagssonne hinter Glas oder ein Platz direkt über der Heizung erzeugen Stress, In the event you loved this information and you would like to receive more details with regards to http://Ardenneweb.eu/ assure visit our web-site. der sich zuerst an den Blattspitzen zeigt. Wer die Pflanze umstellt und nach zwei Wochen keine Besserung sieht, hat zu früh aufgegeben. Blattspitzen reagieren mit Verzögerung. Erst wenn neues Blattwerk über mehrere Wochen sauber austreibt, war die Ursache richtig erkannt. Alte braune Spitzen lassen sich vorsichtig mit einer sauberen Schere abschneiden, dem Blatt schadet das nicht.
Nach dem Lockern darf der Boden nicht sich selbst überlassen werden. Regen und Gießwasser schlagen sonst die feinen Poren wieder zu. Eine Mulchschicht aus halb verrottetem Kompost oder Laub hält die Oberfläche offen und verhindert das Verschlämmen. Zusätzlich hilft es, den Boden nach dem Lockern nicht zu betreten. Ein Brett oder eine Platte, auf die man beim Arbeiten tritt, verteilt das Gewicht und verhindert neue Verdichtung. Wer den Boden in den folgenden Wochen feucht, aber nicht nass hält, gibt den Regenwürmern und Wurzeln die Chance, die Poren dauerhaft zu stabilisieren.
Gedüngt wird sparsam: alle sechs bis acht Wochen während der Wachstumsphase von März bis September, mit einem flüssigen Volldünger in halber Konzentration. Wer im Winter düngt, Https://Wirsuchenjobs.De/Author/Svenlrs7058/ provoziert weiche Triebe, die kein Licht bekommen und vergilben. Typische Anzeichen für Probleme sind gelbe Blätter, die von unten nach oben wandern: das deutet fast immer auf Staunässe hin, nicht auf Nährstoffmangel. Braune, trockene Blattspitzen entstehen dagegen bei zu trockener Luft oder direkter Sonne. Schädlinge wie Schildläuse oder Spinnmilben treten selten auf, meist nur bei dauerhaft zu warmer, trockener Luft.
Beim Gießen gilt im Halbschatten eine einfache Regel: weniger ist mehr. Vor jedem Wassergaben den Finger zwei bis drei Zentimeter in die Erde stecken. Fühlt sich das Substrat dort noch feucht an, wird nicht gegossen. Typische Fehler sind feste Gießintervalle, Staunässe im Übertopf und das Besprühen der Blätter, das bei manchen Arten Pilzkrankheiten fördert. Staunässe ist die häufigste Todesursache bei Pflanzen im Halbschatten, weil die Verdunstung dort langsamer abläuft als am Südfenster.
Viele Wohnungen haben Fenster, die nur nach Norden oder Osten zeigen, oder der Balkon liegt im Schatten eines Nachbargebäudes. Statt die Pflanzen ständig zu retten, lohnt es sich, von vornherein Arten zu wählen, die mit wenig Licht zurechtkommen. Der Begriff Halbschatten bedeutet in der Praxis: zwei bis vier Stunden indirektes Licht pro Tag, ohne pralle Mittagssonne. Wer das akzeptiert, spart sich Frust und erspart den Pflanzen das ständige Umstellen.
Ein grüner, praller Blütentrieb wird zunächst stehen gelassen. Bei Phalaenopsis erscheinen an den Knoten oft neue Seitentriebe, manchmal sogar Kindel. Erst wenn der Trieb von unten her gelb wird, trocken wirkt oder sich eindrücken lässt, wird er entfernt. Der Schnitt erfolgt mit einer desinfizierten Schere etwa zwei Zentimeter über dem Ansatz oder oberhalb eines schlafenden Auges. Ein zu tiefer Schnitt direkt am Blattansatz öffnet Pilzen und Bakterien die Tür. Nach dem Schnitt die Wunde nicht abdecken, sondern an der Luft trocknen lassen.
Ein weiterer Punkt ist das Wasser selbst. Stark kalkhaltiges Leitungswasser hinterlässt Ablagerungen und verändert den pH-Wert im Substrat. Manche Pflanzen nehmen dann bestimmte Nährstoffe schlechter auf, http://ardenneweb.eu/ was sich ebenfalls an den Blatträndern zeigt. Abhilfe schafft abgestandenes Wasser, gefiltertes Wasser oder Regenwasser. Wichtig ist, konsequent bei einer Wasserart zu bleiben, statt ständig zu wechseln. Der pH-Wert schwankt sonst und die Wurzeln kommen nicht zur Ruhe.
Wasser, das nach dem Gießen nur am Topfrand oder in einer Mulde stehen bleibt und partout nicht in den Boden eindringt, ist kein Zeichen für zu wenig Wasser. Es zeigt, dass die oberste Bodenschicht verdichtet ist. Regenwürmer fehlen, Wurzeln fehlen, und die feinen Poren zwischen den Bodenkrümeln sind zusammengepresst. Statt in die Tiefe zu sickern, läuft das Wasser seitlich weg oder verdunstet an der Oberfläche. Die Pflanze bekommt nichts ab, obwohl scheinbar genug gegossen wurde.
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