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Wenn weiße Watte in den Blattachseln klebt: So stoppen Sie Wollläuse

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Nach dem Einsatz braucht es Geduld. Raubmilben brauchen feuchte Bedingungen und Temperaturen über 18 Grad, sonst stellen sie die Vermehrung ein. Trockene Heizungsluft ist der häufigste Grund, warum der Einsatz scheitert. Wer zusätzlich Blattläuse oder Thripse bekämpft, sollte Mittel wählen, die Raubmilben schonen. Nach etwa vier Wochen lässt sich der Erfolg kontrollieren: Klopftest wiederholen, Blattunterseiten mit der Lupe prüfen. Sind keine Spinnmilben mehr zu finden, aber Raubmilben noch aktiv, war der Einsatz erfolgreich. Verschwinden beide, war die Ausbringung zu spät oder die Bedingungen waren ungeeignet.

Woran man Spinnmilben von Nützlingen unterscheidet Spinnmilben und Raubmilben sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, verhalten sich aber gegensätzlich. Spinnmilben sitzen träge in Kolonien nahe den Blattadern und bewegen sich langsam. Raubmilben durchstreifen das Blatt zügig, suchen aktiv nach Beute und meiden dichte Gespinste. Ein weiteres Merkmal: Spinnmilben hinterlassen nach starkem Befall silbrige, Natürliche DüFte trockene Blattpartien. Raubmilben verursachen keine Saugschäden, hinterlassen aber nach dem Fressen leere Beutereste. Wer unsicher ist, sollte eine Lupe mit mindestens zehnfacher Vergrößerung nutzen. Ohne Vergrößerung bleibt die Unterscheidung reines Raten.

775.JPGEin zu kleiner Topf ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Wachstumsstopp. Die Pflanze signalisiert das deutlich, oft schon Wochen bevor sie sichtbar leidet. Wer die Zeichen kennt, kann umtopfen, bevor Wurzeln absterben und Blätter vergilben.

Zum Abnehmen braucht man nichts weiter als eine saubere Schere oder ein scharfes Messer. Man setzt den Schnitt direkt am Übergang zwischen Ausläufer und Tochterpflanze an, lässt also keinen langen Stängelrest stehen. Ein zu langer Rest fault später leicht im Substrat und zieht Trauermücken an. Wer unsicher ist, kann den Ableger zunächst vorsichtig mit den Fingern abdrehen – sitzt er fest, wartet man besser noch eine Woche. Nach dem Schnitt lässt man die Wunde an der Luft etwa eine Stunde antrocknen, damit sich die Schnittstelle verschließt.

Kalk und Chlor im Leitungswasser hemmen die Wurzelbildung, besonders bei empfindlichen Arten. Abgekochtes oder abgestandenes Wasser ist besser, Regenwasser am besten. Wechsle das Wasser alle zwei bis drei Tage komplett, nicht nur auffüllen. Dabei spülst du abgestorbene Zellen und Keime aus, die sonst die Schnittstelle umschließen. Ein Glas mit engem Hals hält den Steckling aufrecht, ohne dass du ihn ständig neu ausrichten musst. Steht der Steckling schräg und taucht nur mit der Spitze ein, trocknet der Rest aus, bevor Wurzeln erscheinen.

Weiße, watteartige Klümpchen in den Blattachseln oder an der Blattunterseite sind ein sicheres Zeichen für Wollläuse. Anders als Blattläuse oder Spinnmilben sind sie träge und bilden keine Netze. Die Tiere saugen Pflanzensaft und scheiden Honigtau aus, der Rußtaupilze anzieht. Ohne Gegenmaßnahmen breiten sie sich rasch aus und schwächen die Zimmerpflanze, bis Blätter gelb werden und abfallen.

Ein häufiger Fehler ist, nur die auffälligen weißen Klümpchen zu entfernen. Die eigentlichen Tiere sitzen oft versteckt in Ritzen oder zwischen jungen Blättern. Wer nur oberflächlich säubert, hat nach wenigen Tagen wieder einen Befall. Nehmen Sie sich Zeit und kontrollieren Sie jede Pflanze einzeln. Bei starkem Befall hilft es, die Pflanze vorsichtig aus dem Topf zu nehmen und die Wurzeln auf weiße Beläge zu prüfen. Sind die Wurzeln befallen, schneiden Sie befallene Teile ab und topfen Sie die Pflanze in frische Erde um.

Typische Fehler: Zu nasses Wischen, sodass Wasser in den Blattachseln stehen bleibt. Zu starker Druck, der das Gewebe quetscht. Reinigen in praller Sonne – dann verbrennen die Blätter unter der Lupe des Wassertropfens. Und der häufigste Fehler: nur die Oberseite wischen. Auch die Unterseite sammelt Staub und beherbergt Spinnmilben. Drehen Sie große Blätter vorsichtig mit der Hand oder stützen Sie sie mit einem weichen Tuch ab. Nach der Reinigung lassen Sie die Pflanze an einem luftigen, schattigen Ort abtrocknen, bevor sie wieder ins volle Licht kommt.

Das klarste Signal sind Wurzeln, die oben aus der Erde oder unten aus den Abzugsöffnungen herauswachsen. Hebt man den Topf an und dreht ihn um, sieht man bei einem zu engen Gefäß einen dichten Wurzelfilz, der die Erde fast vollständig verdrängt hat. Die Erde lässt sich dann kaum noch anfeuchten, weil kaum Substrat vorhanden ist. Gießt man trotzdem weiter, läuft das Wasser sofort durch, ohne aufgenommen zu werden. Das ist kein Gießfehler, sondern ein Platzproblem.

Bevor Sie zu irgendeinem Mittel greifen, isolieren Sie die befallene Pflanze. Stellen Sie sie mindestens zwei Meter von anderen Zimmerpflanzen entfernt, denn Wollläuse wandern aktiv oder werden durch Wind und Berührung weitergetragen. Untersuchen Sie auch die Nachbarpflanzen gründlich, besonders die Unterseiten der Blätter und die Triebspitzen. Nur so verhindern Sie eine Kettenreaktion im gesamten Bestand.

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