Lichtmangel oder Nährstoffmangel: was die Blässe verrät
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Für den Halbschatten eignen sich vor allem Pflanzen, die in ihrer Heimat unter Baumkronen wachsen. Dazu gehören die Grünlilie (Chlorophytum), die Efeutute (Epipremnum) und der Bogenhanf (Sansevieria). Diese Arten vertragen Trockenheit besser als Staunässe und verzeihen auch mal eine vergessene Wassergabe. Der Gummibaum (Ficus elastica) und die Bergpalme (Chamaedorea) kommen ebenfalls mit indirektem Licht zurecht, benötigen aber gleichmäßig feuchte Erde. Wer diese Arten auswählt, hat deutlich weniger Ausfälle als mit Sonnenanbetern wie Kakteen oder Sukkulenten.
Welche Lappen wirklich geeignet sind und welche schad
Erste Anzeichen für Staunässe sind welk wirkende Blätter, obwohl die Erde feucht ist. Das klingt paradox, Lieblingsmetropole.De denn Wurzeln ersticken im Wasser und können keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Ein weiteres Warnsignal ist ein muffiger Geruch aus dem Topf oder Schimmel auf der Erdoberfläche. Steht der Topf in einem Übertopf, sammelt sich oft Wasser am Boden, das nicht verdunsten kann.
Typische Fehler sind zu häufiges Gießen nach dem Motto „viel hilft viel" oder das Stehenlassen von Wasser im Übertopf. Auch ein zu dichter, torfhaltiger Boden speichert Wasser zu stark. Prüfe vor dem Gießen immer mit dem Finger oder einem Holzstab, ob die Erde in zwei Zentimetern Tiefe noch feucht ist. Nur wenn sie trocken ist, sollte gegossen werden.
Ein häufiger Fehler ist das Abschneiden aller Luftwurzeln. Sie gehören zur Pflanze und dürfen nicht in das Substrat gedrückt werden. Ebenso falsch ist es, nach der Blüte sofort stark zu düngen oder täglich zu gießen. Geduld ist entscheidend: Viele Orchideen blühen erst nach mehreren Monaten Ruhe wieder. Wer den Trieb beobachtet, die Wassergabe anpasst und den Temperaturunterschied zulässt, wird früher oder später neue Knospen sehen.
Erst prüfen, dann umstellen Bevor der Standort gewechselt wird, lohnt ein kurzer Test. Halten Sie eine Hand etwa zwanzig Zentimeter über die Pflanze und beobachten Sie den Schattenwurf am Blatt. Ist der Schatten weich und kaum sichtbar, kommt zu wenig Licht an. Fällt er scharf und dunkel aus, ist die Versorgung in Ordnung. Auch ein Blick auf die Tageszeit hilft: In Innenräumen reicht das Licht oft nur für wenige Stunden am Fenster, im Winter noch kürzer. Wer dann düngt, statt das Licht zu verbessern, verstärkt das Problem – die Pflanze kann die Nährstoffe ohne ausreichende Photosynthese nicht verwerten.
Die Umstellung sollte schrittweise erfolgen. Ein direkter Wechsel von einer dunklen Ecke an ein Südfenster führt bei vielen Pflanzen zu Sonnenbrand mit braunen Flecken. Besser ist es, den Standort über ein bis zwei Wochen zu verschieben oder zunächst einen halbschattigen Platz mit hellem, indirektem Licht zu wählen. Drehen Sie die Pflanze außerdem regelmäßig, damit alle Seiten gleichmäßig Licht erhalten. Ein weiterer häufiger Fehler: das Gießen nach Gefühl beibehalten, obwohl die Pflanze am neuen Platz mehr Licht und damit mehr Wasser verbraucht. Prüfen Sie die Erde vor jedem Gießen mit dem Finger.
Wenn Pflanzen in die Länge schießen, ohne dabei kräftig zu werden, ist das meist kein Wachstumsschub, sondern eine Fluchtbewegung. Die Triebe werden dünn, die Abstände zwischen den Blättern – die Internodien – wachsen auseinander, und die Blätter bleiben klein und hell. Solche Pflanzen versuchen, mit aller Kraft an eine Lichtquelle zu gelangen, die sie nicht erreichen können. Wer das erkennt, kann früh gegensteuern, statt später eine kaum zu rettende Pflanze vorzufinden.
Die Ruhephase ist kein Dauerzustand. Sobald sich neue Wurzeln oder ein neues Blatt zeigen, wird wieder regelmäßig gedüngt, aber in schwacher Konzentration. Ein Zuviel an Dünger verbrennt die empfindlichen Wurzelspitzen. Wer die Pflanze in dieser Zeit umtopft, sollte nur loses, grobes Substrat verwenden und faulige Wurzeln entfernen. Anschließend zwei Wochen nicht gießen, damit die Schnittstellen heilen.
Für einen neuen Blütenansatz braucht die Orchidee einen Temperaturreiz. Nachts sollte es etwa fünf Grad kühler sein als tagsüber, bei indirektem Licht und ohne Zugluft. Ein Standort am Fenster mit Morgen- oder Abendsonne ist ideal. Eine zu warme, gleichmäßig beheizte Wohnung verhindert die Blütenbildung. Auch zu viel direktes Mittagslicht führt zu verbrannten Blättern und vertrockneten Knospen.
Gießen nach der Blüte: weniger ist mehr Nach der Blüte braucht die Orchidee eine Ruhephase. Die Wurzeln werden sichtbar grün, wenn sie Wasser aufgenommen haben, und silbrig, wenn sie trocken sind. Gegossen wird erst, wenn das Substrat fast trocken ist. Staunässe im Übertopf ist der häufigste Fehler und führt innerhalb weniger Wochen zu Wurzelfäule. Besser ist Tauchen für zehn bis fünfzehn Minuten, danach gut abtropfen lassen. Kalkhaltiges Wasser schadet, Regenwasser oder abgekochtes Wasser ist geeignet.
Ein sicheres Zeichen für zu wenig Licht sind lange, weiche Triebe, die sich biegen, sobald man sie leicht berührt. Gleichzeitig verfärben sich die Blätter gelblich-grün und verlieren ihre typische Sättigung. Bei manchen Arten drehen sich die Blattstiele oder ganzen Blätter in Richtung des hellsten Punktes im Raum. Auch das Ausbleiben von Blüten oder ein völlig eingestelltes Wachstum nach einer Phase des Streckens gehören dazu. Wichtig ist die Abgrenzung: Blasse Blätter allein bedeuten nicht automatisch Lichtmangel. Häufig steckt auch ein Nährstoffproblem oder Staunässe dahinter.
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